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Rundwanderung 6:
Jüngstberg und Fladensteine

Kontrastreiche Gipfeltour 
über dem Wieslautertal

Route (8 km): Bahnhof Bundenthal – 1 Haardtweg – 2 Wiesenplateau „Hart“ – 3 Wegspinne – 4 Wegspinne mit Ruhebank – 5 Jüngstberg-Gipfel/Kanzelfels – 6 Schutzhütte – 7 Wanderparkplatz östlich der Fladensteine - 8 Geologischer Lehrpfad – 9 Fladensteine – 10 Wanderparkplatz am Sportplatz Bundenthal - Bahnhof Bundenthal

Karten 1:25.000: "Östl. Wasgau mit Bad Bergzabern", VermGeo (ISBN 978-3-89637-404-2) oder "Dahner Felsenland", Pietruska-Verlag (ISBN 978-3-934895-95-9)


Drei besonders markante Berggestalten finden wir im Dahner Felsenland: Den vorwitzigen Kaletschkopf, den wuchtigen und seine gesamte Umgebung dominierenden Großen Eyberg und den Jüngstberg, einen isoliert stehenden, aus allen Blickrichtungen unverkennbar ebenmäßigen Kegelberg im Dreieck Bundenthal-Bruchweiler-Busenberg. Dieser gibt wegen seiner interessanten Zustiege und eines glänzenden Aussichtsbalkons eines der lohnendsten Gipfelziele im Wasgau ab. Nach einem abenteuerlich steilen Abstieg führt uns der Rückweg dann durch freundliches, offenes Baum-und-Wiesen-Gelände zum geologischen Lehrpfad am Buntsandsteinmassiv der Fladensteine. Für die Anreise können wir im Sommer die Wieslauterbahn nutzen, einen auch „Der „Bundenthaler“ genannten Ausflugszug von Mannheim über Hinterweidenthal nach Bundenthal.

Vom Bahnhof (hier steht eine alte Damplok der Wieslauterbahn) laufen wir zunächst kurz entlang der Straße Richtung Dahn und zweigen dann in eine Seitenstraße namens „Haardtweg“ ab [ohne Markierung]. Am Ende der bergauf führenden Straße halten wir uns links und kommen so auf einem Feldweg auf ein Plateau über dem Wieslautertal, welches in der Karte als „Hart“ verzeichnet ist. Unterwegs fällt die ausgeprägte Terrassierung der Hänge auf. Eingewanderte Schweizer Bauern brachten diese Bewirtschaftungsform einst in das Nachbardorf Rumbach, von wo es sich rasch in den umliegenden Dörfern verbreitete und für eine erhebliche Zunahme der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche sorgte.

Durch aussichtsreiches Wiesengelände kommen wir schnell zum Waldrand auf der Südwestflanke des Jüngstberges. An einer Wegspinne gehen wir auf einem Forstweg weiter geradeaus bergauf und entdecken dann neben dem Wegzeichen des Pfälzischen Jakobsweges [Muschel] erstmals eine für den weiteren Aufstieg wichtige örtliche Markierung [Rundweg-Markierung Nr. 7]. Die schickt uns nach etwa hundert Metern nach links auf einen Pfad, der mit löblicher Entschiedenheit an Höhe gewinnt.

Hinter einer Wegspinne mit Ruhebank entdecken wir mit etwas Sorgfalt ein handgemaltes Schild, welches zum Jüngstberg weist und uns auf einen ebenen Forstweg schickt. Von diesem zweigt schon nach 30 Metern rechts ein unmarkiertes Pfädchen ab. Dieses führt - wir befinden uns mittlerweile auf der Nordseite des Jüngstberges - zunächst steil bergauf und trifft dann auf einen von links kommenden Pfad. Leicht ansteigend folgen wir diesem nach rechts und begegnen dann mit dem gebotenen Stoizismus dem unweigerlich folgenden Markierungschaos. Mal sehen wir eine kaum noch lesbare 3, dann ein Schild „4 Rundwanderweg Busenberg“, auch die 7 taucht zur Abwechslung mal wieder auf, nie jedoch finden wir einen unmissverständlich zum Jüngstberg-Gipfel zeigenden Hinweis. Folgen wir also einfach der bewährten Devise „So lange es bergauf geht, kann es nicht verkehrt sein“.

Wie zur Bestätigung tauchen  über uns vielversprechende Gipfelfelsen auf. Wenig später können wir uns den Aufstiegsschweiß abwischen und bei der Erosion dafür bedanken, dass sie uns auf dem Jüngstberg (491 m) einen kleinen, aber feinen Aussichtsfelsen beschert hat, die  „Kanzel“. Das 270-Grad Panorama (lediglich nach Osten hin behindern Bäume die Aussicht) erschließt den Wasgau mit dem Wegelnburgkamm im Südwesten und den angrenzenden Nordvogesen bis zu Grand Wintersberg über Niederbronn. Im Süden können wir die aus den Bäumen herausragenden Fladensteine mit einem markanten Gipfelkreuz entdecken, im Norden die Burgruinen Altdahn und Drachenfels mit den umliegenden Felsbastionen. Gebietsneulingen hilft eine Orientierungstafel des Pfälzerwald-Vereins weiter.

Für den Abstieg entscheiden wir uns für eine Route, deren Freuden durch keinerlei verwirrende Markierungen getrübt werden. Auf dem Gipfelkamm folgen wir einer Pfadspur, die - immer nach Osten hin - an zwei weiteren Felsknubbeln entlang und dann durch traumhaften Buchenwald konsequent steil immer auf dem Bergrücken hinabführt. Ein querender Forstweg wird beherzt überschritten, auf eine kurze grasige Ebene folgt ein weiterer sehr steiler Teil, der hinter einem Hochsitz einen ersten querenden Forstweg überschreitet und gleich darauf auf einen weiteren Forstweg trifft. Auf diesem gelangen wir links hinunter zu einer schon gut sichtbaren Wiese. Wir haben jetzt den Ostfuß des Jüngstberges erreicht und gönnen  unserer strapazierten Oberschenkel-Muskulatur an einer Schutzhütte die wohlverdiente Pause.

Hier nehmen wir südwärts einen vom Weisensteiner Hof bei Busenberg fast eben nach Bundenthal führenden Wirtschaftsweg [Himmelblaues Logo des Felsenland-Sagenweges, bis Wanderparkplatz]. Nach stillen Wiesen und schattigen Wäldchen erreichen wir unmittelbar hinter der Stelle, an der der bisherige Feldweg in Asphalt übergeht, einen Wanderparkplatz.

Hier steigen wir in den neu gestalteten "Geologischen Lehrpfad Fladensteine" ein [Schilder]. Zu Beginn dominiert allerdings weder Geologie noch Lehre, sondern die aufdringliche Beschilderung eines Vita-Parcours, der wie so viele Anlagen dieser Art seine beste Zeit lange hinter sich hat. Weg damit, befreien wir den Wald doch von Überflüssigem!

Die Fladensteine (348 m) sind mit über 400 Metern Länge und bis zu 52 Metern Wandhöhe eines der mächtigsten freistehenden Felsmassive des Pfälzerwaldes. Größter der insgesamt sieben Türme (daher die volkstümliche Bezeichnung „Sieben Brüder“) ist der Bundenthaler Turm am westlichen Ende. Wir halten uns immer so, dass die Felsen zur rechten Hand liegen, studieren ausgiebig die Farbschattierungen, Schichtungen und Verkieselungen des zu den Trifelsschichten des Unteren Buntsandsteins gehörenden Massivs, lassen uns von Kletterern über Routen wie die „Götterverschneidung" oder "Hans Guck in die Luft" berichten und steigen dann hoch zufrieden hinunter zum Wanderparkplatz am Bundenthaler Sportplatz, wo eine steinerne Sitzgruppe mit wunderbarer Aussicht zu einer weiteren Rast einlädt.

Hier finden wir auch den Einstieg in den letzten Wegabschnitt, der - mit einer Pferdekoppel zur Linken - nach Bundenthal hinunter führt. An den ersten Häusern gehen wir nach rechts, sofern wir auf direktem Weg zum Bahnhof zurückkehren möchten, nach links, falls  wir noch ein wenig durch das schmucke, von Sandstein- und Fachwerkhäusern geprägten Unterdorf schlendern möchten.


Benachbarte Wanderungen: 
Premiumweg Bären-Steig (Anschluss am Jüngstberg)

Premiumweg Felsenland-Sagenweg
(ab Schutzhütte)
Rundwanderung 7 Heidenberg und Drachenfels (von der Schutzhütte auf Feldwirtschaftweg zum Start am Weisensteiner Hof,
Rote Raute nach Osten und dann Gelber Balken nach Norden)


Partner dieser Tour:

Landhaus Felsengarten
Gartenstraße 78
76891 Bruchweiler-Bärenbach
Telefon: 06394-1661
Web: www.gaestehaus-felsengarten.de


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Ort: Bundenthal (193 m)

Parken: Bahnhof Bundenthal

Länge: 8 km

Anstieg: 300 Höhenmeter

Schweiß: Oh ja

Aussicht: Grandios

Abgeschiedenheit: Mittel

Orientierung: Nicht ohne


Einkehr am Wege: Keine

Felsbesteigungen: Kanzelfels

Ausrüstung: gutes Schuhwerk, eventuell Stöcke


In der näheren Umgebung:
Felslandbad Dahn
Badeweiher Saarbacher Hammer bei Fischbach, Schöntalweiher bei Ludwigswinkel, Seehof bei Erlenbach,
Teufelstisch und Spielpark Teufelstisch bei Hinterweidenthal,
Wild- und Wanderpark Silz, Erzbergwerk Nothweiler,
Biosphärenhaus Fischbach,
Burgruine Altdahn,
Burg Berwartstein

Regionale Tourist-Infos:
Dahner Felsenland
Südwestpfalz

Tourismusgemeinden:
Dahn
Bruchweiler
Bundenthal
Rumbach

Sonstiges:
Kaiserslauterer DAV-Hütte
Ludwigshafener DAV-Hütte am Reinigshof bei Bruchweiler


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Vom Wanderparkplatz am Sportlatz Bundenthal Richtung Wegelnburg

Fladenstein (Bundenthaler Turm)