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Rundwanderung 28: Burg Landeck und Martinsturm

Pfälzische Burgengeschichte
in drei Stunden

Route (10 km): Pfalzklinik Landeck - 1 Burgruine Schlössel - 2 Aussichtspunkt auf einem Felsköpfchen - 3 Heidenschuh (Reste einer Fliehburg) - 4 Wegspinne - 5 Martinsturm - 6 Röxelquelle - 7 Aussichtspunkt "Weißer Stein" - 8 Burgruine Landeck - Pfalzklinik Landeck

Karten 1:25.000: "Östl. Wasgau mit Bad Bergzabern", LVermGeo (ISBN 978-3-89637-404-2) oder "Bad Bergzaberner Land", Pietruska-Verlag (ISBN 978-3-934895-94-2)


Der Treutelsberg bei Klingenmünster an der Südlichen Weinstraße ist Schauplatz einer höchst abwechslungsreichen Wanderung, die dem Burgenfreund einen Einblick in die drei wichtigsten Epochen der pfälzischen Burgengeschichte vermittelt. Die Tour ist zwar relativ kurz, fordert uns aber einige Aufstiegsmühen ab, da wir neben drei Burganlagen, von denen jede für eine Burgenepoche steht, auch noch den hoch gelegenen Martinsturm besuchen.

Vom der Pfalzklinik aus sehen wir schon die unmittelbar über dem Dorf gelegene Burgruine Landeck, die den Abschluss unserer Wanderung bilden wird. Zunächst aber laufen wir auf dem Sträßchen, das zur Burg hinaufführt, kurz auf die Berge zu und wenden uns gleich am Waldrand nach rechts. So kommen wir hinter das Klinikum, wo wir nicht den ersten Weg mit der Beschilderung "Schlössel" nehmen, sondern wenige Meter weiter einen markierten Pfad [Grünes Dreieck auf weißem Kreis oder Rundwegmarkierung Nr. 6, bis zur Wegspinne hinter dem Heidenschuh]. Der windet sich durch den Kastanienwald steil und schweißtreibend hinauf zu unserer ersten Burg.

Die Reize der Burgruine Schlössel (350 m) liegen vor allem im Untypischen: Erstens liegt sie mitten im Wald auf einer nur schwach ausgeprägten, von einem 1100 Jahre alten Ringwall umgebenen Erhebung; zweitens ist sie nicht auf einem Felsen erbaut wie fast alle ihre pfälzischen Kolleginnen; drittens wurde sie ausschließlich zur Zeit der Salier im 11. und 12. Jahrhundert genutzt. Vor einigen Jahren wurden bei umfangreichen Grabungen viele interessante Fundstücke zutage gefördert - unter anderem das in eine Mauer eingeritzte älteste Mühlespiel Deutschlands.

Nach einem nun weniger steilen weiteren Anstieg erreichen wir nordwärts in guten zehn Minuten den Bergrücken des Heidenschuhs. Auf diesem Nordostausläufer des Treutelsberges  verweilen wir zunächst an einem Aussichtspunkt auf einem Felsköpfchen und wandern dann - jetzt in südwestlicher Richtung - auf einem sehr schönen Kammweg weiter bis zu einer kleinen Schutzhütte links des Weges. Hier befindet sich der Zugang zu den Resten einer frühmittelalterlichen Fliehburg aus der Karolingerzeit, die wie der gastgebende Bergrücken als Heidenschuh bezeichnet wird. Fast zwei Jahrhunderte vor dem Schlössel errichtet, war die Anlage nicht bewohnt, sondern sollte als letzte Zuflucht bei einem Angriff der Ungarn oder Wikinger dienen. Zwei Wälle aus roh behauenen Steinen legen davon heute noch Zeugnis ab.

Weiter auf dem Kammweg kommen wir zu einer  Weggabelung, an der wir links leicht bergauf abbiegen. Nach wenigen Minuten beginnt an einer Wegspinne der Schlußanstieg auf den 503 m hohen Gipfel des Treutelsberges [Schild "Martinsturm"]. Kurz vor dem Gipfel gibt ein Aussichtspunkt auf einem kleinen Felsen schon den Blick nach Westen ins Herz des Pfälzerwaldes frei. Fast umfassend (einige Baumwipfel verhindern ein 36-Grad-Panorama) ist dann der Blick vom alterwürdigen, schon 1886 erbauten Martinsturm. In der Umgebung des Turms laden mehrere Sitzgruppen zu einer ausgiebigen Rast ein.

Auf dem gleichen Weg steigen wir dann hinunter - gehen allerdings nicht bis zur Wegspinne, sondern nehmen vorher den nach links abzweigenden Wanderweg [Rundweg-
Markierung Nr. 6, bis zur Röxelquelle]. Der
führt durch ausnehmend schönen Mischwald in einem weiten Linksbogen zur Röxelquelle (Trinkwasser!). Dort verlassen wir die Markierung und wechseln auf ein pfiffiges Pfädchen [Holzschild "Marthaquelle"], welches linkerhand leicht ansteigt und uns zu einem breiten Forstweg kurz vor einer Wegspinne bringt.

Wir gehen jedoch nicht bis zu dieser Wegspinnne (damit auch nicht zur dahinter gelegenen Marthaquelle), sondern folgen gleich dem Forstweg nach rechts [Rundweg-
Markierung Nr. 3], der auf der Südseite des Treutelsberg
es zur Burg Landeck führt. Der Weg ist zwar eine brutale Waldautobahn, beschert uns aber dankenswerterweise den unmittelbar rechts des Weges gelegenen Aussichtspunkt "Weißer Stein". Wir blicken über Silz bis zur Burgruine Lindelbrunn, rechts erkennen wir den mächtigen Hundsfelsen.

Nach etwa fünfzehn weiteren Abstiegsminuten zweigt die Markierung nach rechts von der Waldautobahn ab. Nach einem kurzen Hohlweg kommen wir an der Burgruine Landeck an (300 m). Diese ist mit ihren mächtigen Mauern, dem stolzen Bergfried und dem großen Halsgraben eine der beindruckendsten pfälzischen Burgen aus der Stauferzeit; ihr Baubeginn wird auf das Jahr 1180 datiert. Eine Schänke und ein Burgenmuseum machen den Besuch zu einem Rundum-Erlebnis. Wir genießen freie Sicht in die Rheinebene, den Odenwald und den Schwarzwald.

Direkt am Burgparkplatz beginnt der auf einem großen Schild als "Panoramaweg" bezeichnete, überaus geruhsame Abstieg zur Pfalzklinik [Rot-Weißes Logo des Weitwanderweges "Pfälzer Weinsteig"].


Benachbarte Wanderungen:
Rundwanderung 38
Madenburg und Slevogthof (vom Parkplatz 1 km zum Beginn des Aufstiegs zur Madenburg,
Grünes Dreieck auf weißem Kreis)
Stippvisite Burg 9 Landeck (Anschluss am Klingbachhof)
Stippvisite Burg 42 Schlössel (Start an der Burg Landeck)


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Ort: Klingenmünster (229 m)

Parken: Pfalzklinik Landeck (an der Deutschen Weinstraße 1 km nördlich von Klingenmünster, Abzweigung"Landeck" und gleich rechts zum Besucherparkplatz)

Länge: 10 km

Anstieg: 320 Höhenmeter

Schweiß: Happig

Aussicht: Grandios

Abgeschiedenheit: Gering

Orientierung: Meist einfach


Einkehr am Wege:
Burgschänke auf der Burg Landeck

Turmbesteigung:  
Martinsturm auf dem Treitelskopf

Burgen am Wege:
Burg Landeck

Schlössel
Heidenschuh (karge Reste)


In der näheren Umgebung:
Weißenburg im Elsass (sehr romantisches Städtchen),
Deutsches Weintor in Schweigen
,
Deutsche Weinstraße,

Bad Bergzabern
(Kurpark,
Südpfalz-Therme),
Felslandbad Dahn,
Badeweiher Seehof bei Erlenbach,
Wild- und Wanderpark Silz,
Erzbergwerk Nothweiler,

Biosphärenhaus Fischbach,
Burg Berwartstein,
Burgruine Altdahn

Regionale Tourist-Infos:
Bad Bergzaberner Land
Südliche Weinstraße

Tourismusgemeinden:
Silz
Klingenmünster
Waldhambach
Waldrohrbach
Gossersweiler-Stein
Völkersweiler
Birkenhördt
Gleiszellen
Böllenborn


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Auf dem Martinsturm

Vom Treutelsberg nach Norden
zu Trifels-Anebos-Münz

Burgruine Landeck