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Der
Treutelsberg bei Klingenmünster an der Südlichen Weinstraße ist Schauplatz
einer höchst abwechslungsreichen Wanderung, die dem Burgenfreund einen
Einblick in die drei wichtigsten Epochen der pfälzischen Burgengeschichte
vermittelt. Die Tour ist zwar relativ kurz, fordert uns aber einige Aufstiegsmühen
ab, da wir neben drei Burganlagen, von denen jede für eine Burgenepoche steht,
auch noch den hoch gelegenen Martinsturm besuchen.
Vom
der Pfalzklinik aus sehen wir schon die unmittelbar über dem Dorf gelegene
Burgruine Landeck, die den Abschluss unserer Wanderung bilden wird. Zunächst
aber laufen wir auf dem Sträßchen, das zur Burg hinaufführt, auf die Berge
zu und wenden uns gleich am Waldrand nach rechts. So kommen wir hinter die
Gebäude der Klinik und nehmen dann nicht den ersten Weg mit der Beschilderung
"Schlössel", sondern wenige Meter weiter einen markierten Pfad [Grünes
Dreieck auf weißem Kreis oder
Rundwegmarkierung Nr. 6, bis zur Wegspinne hinter dem Heidenschuh].
Der windet sich durch den Kastanienwald steil und schweißtreibend hinauf zu
unserer ersten Burgenstation.
 Die
Reize der
Burgruine Schlössel
(350 m)
liegen vor allem im Untypischen: Erstens liegt sie mitten im Wald auf einer nur
schwach ausgeprägten, von einem 1100 Jahre alten Ringwall umgebenen Erhebung;
zweitens ist sie nicht auf einem Felsen erbaut wie fast alle ihre pfälzischen
Kolleginnen; drittens wurde sie ausschließlich zur Zeit der Salier im 11. und
12. Jahrhundert genutzt. Vor einigen Jahren wurden bei umfangreichen Grabungen
viele interessante Fundstücke zutage gefördert - unter anderem das in eine
Mauer eingeritzte älteste Mühlespiel Deutschlands.
Nach
einem nun weniger steilen weiteren Anstieg erreichen wir nordwärts in guten
zehn Minuten den Bergrücken des Heidenschuhs. Auf diesem Nordostausläufer des
Treutelsberges verweilen wir zunächst an einem Aussichtspunkt auf
einem Felsköpfchen und wandern dann - jetzt in südwestlicher Richtung - auf
einem sehr schönen Kammweg weiter bis zu einer kleinen Schutzhütte links des
Weges. Hier befindet sich der Zugang zu den Resten einer frühmittelalterlichen
Fliehburg aus der Karolingerzeit, die wie der gastgebende Bergrücken als Heidenschuh
bezeichnet wird. Fast zwei Jahrhunderte vor dem Schlössel errichtet, war die
Anlage nicht bewohnt, sondern sollte als letzte Zuflucht bei einem Angriff der
Ungarn oder Wikinger dienen. Zwei Wälle aus roh behauenen Steinen legen davon
heute noch Zeugnis ab.
 Weiter
auf dem Kammweg kommen wir zu einer Weggabelung, an der wir links leicht
bergauf abbiegen. Nach wenigen Minuten beginnt an einer Wegspinne der
Schlußanstieg auf den 503 m hohen Gipfel des Treutelsberges [Schild
"Martinsturm"]. Kurz vor dem Gipfel gibt ein Aussichtspunkt auf
einem kleinen Felsen schon den Blick nach Westen ins Herz des Pfälzerwaldes
frei. Fast umfassend (einige Baumwipfel verhindern ein 36-Grad-Panorama) ist
dann der Blick vom alterwürdigen, schon 1886 erbauten Martinsturm. In
der Umgebung des Turms laden mehrere Sitzgruppen zu einer ausgiebigen Rast ein.
Auf
dem gleichen
Weg steigen wir dann hinunter - gehen allerdings nicht bis zur Wegspinne,
sondern nehmen vorher den nach links abzweigenden Wanderweg [Rundweg-
Markierung Nr. 6, bis zur Röxelquelle]. Der führt
durch ausnehmend schönen Mischwald in einem weiten Linksbogen zur Röxelquelle
(Trinkwasser!). Dort verlassen wir die Markierung und wechseln auf ein
pfiffiges Pfädchen [Holzschild "Marthaquelle"], welches linkerhand
leicht ansteigt und uns zu einem breiten Forstweg kurz vor einer Wegspinne
bringt.
 Wir
gehen jedoch nicht bis zu dieser Wegspinnne (damit
auch nicht zur dahinter gelegenen Marthaquelle), sondern folgen gleich dem
Forstweg nach rechts [Rundweg-
Markierung Nr. 3], der auf der Südseite des Treutelsberges
zur Burg Landeck führt. Der Weg ist zwar eine brutale Waldautobahn, beschert
uns aber dankenswerterweise den unmittelbar rechts des Weges gelegenen Aussichtspunkt
"Weißer Stein". Wir blicken über Silz bis zur Burgruine
Lindelbrunn, rechts erkennen wir den mächtigen Hundsfelsen.
Nach
etwa fünfzehn weiteren Abstiegsminuten zweigt die Markierung nach rechts von
der Waldautobahn ab. Nach einem kurzen Hohlweg kommen wir an der Burgruine
Landeck an (300 m). Diese ist mit ihren mächtigen Mauern, dem stolzen
Bergfried und dem großen Halsgraben eine der beindruckendsten pfälzischen
Burgen aus der Stauferzeit; ihr Baubeginn wird auf das Jahr 1180 datiert. Eine
Schänke und ein Burgenmuseum machen den Besuch zu einem Rundum-Erlebnis. Wir
genießen freie Sicht in die Rheinebene, den Odenwald und den
Schwarzwald.
Direkt
am Burgparkplatz beginnt der auf einem großen Schild als
"Panoramaweg" bezeichnete, überaus geruhsame Abstieg zur Pfalzklinik
[Rot-Weißes
Logo des
Weitwanderweges "Pfälzer Weinsteig"].
Benachbarte
Wanderungen:
Rundwanderung 38 Madenburg
und Slevogthof (vom Parkplatz 1 km zum Beginn des Aufstiegs zur Madenburg,
Grünes
Dreieck auf weißem
Kreis)
Stippvisite Burg 9 Landeck
(Anschluss am Klingbachhof)
Stippvisite
Burg 42 Schlössel (Start an der Burg Landeck)
©
www.wanderportal-pfalz.de
2012 - palzvisit Touristik-Service
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Ort:
Klingenmünster
(229 m)
Parken:
Pfalzklinik Landeck (an der Deutschen Weinstraße 1 km nördlich von
Klingenmünster, Abzweigung"Landeck" und gleich rechts zum
Besucherparkplatz)
Länge:
10 km
Anstieg: 320
Höhenmeter
Schweiß:
Happig
Aussicht:
Grandios
Abgeschiedenheit:
Gering
Orientierung:
Meist einfach

Einkehr
am Wege:
Burgschänke
auf der Burg Landeck
Turmbesteigung:
Martinsturm
auf dem Treitelskopf
Burgen
am Wege:
Burg
Landeck
Schlössel
Heidenschuh
(karge Reste)
In
der näheren Umgebung:
Weißenburg
im Elsass (sehr romantisches Städtchen),
Deutsches
Weintor in Schweigen,
Deutsche Weinstraße,
Bad Bergzabern
(Kurpark,
Südpfalz-Therme),
Felslandbad
Dahn,
Badeweiher
Seehof bei Erlenbach,
Wild-
und Wanderpark Silz,
Erzbergwerk
Nothweiler,
Biosphärenhaus Fischbach,
Burg
Berwartstein,
Burgruine
Altdahn
Regionale
Tourist-Infos:
Region Bad
Bergzabern
Südliche Weinstraße
Tourismusgemeinden:
Silz
Klingenmünster
Waldhambach
Waldrohrbach
Gossersweiler-Stein
Völkersweiler
Birkenhördt
Gleiszellen
Böllenborn
Bilder
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Auf
dem Martinsturm

Vom
Treutelsberg nach Norden
zu Trifels-Anebos-Münz

Burgruine
Landeck
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