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Rundwanderung 14: Urwald-
tour
im Wieslauter-Quellgebiet

Streifzug durch die größte Natur-
schutzzone des Pfälzerwaldes

Route (24 km): Wanderparkplatz Ziegler Tal - 1 Kuhpfad - 2 Weggabelung Wildsauhütte (P. 440) - 3 Weggabelung an der Spitzen Boll (P. 432) - 4 Wegspinne (P. 478) - 5 Hermersbergerhof (Abstecher) - 6 Luitpoldstein - 7 Luitpoldturm (Abstecher) - 8 Forstmeisterweg – 9 Schmaler Hals – 10 Wegspinne Auf der Spalt - 11 Wartenbachtal - 12 Wanderparkplatz Gräfenstein - 13 Burgruine Gräfenstein – 14 Wegspinne - 15 Wieslauterquelle - 16 Ziegler Tal - Wanderparkplatz Ziegler Tal

Karten 1:25.000: "Vom Johanniskreuz bis Pirmasens", LVermGeo (ISBN 978-3-89637-401-1) oder "Hauenstein & Trifelsland", Pietruska-Verlag (ISBN 978-3-934895-88-1)


Der Naturpark Pfälzerwald ist Teil des grenzüber-
schreitenden UNESCO Biosphärenreservats "Pfälzerwald - Nordvogesen" und befindet sich damit als besonders schützenswerte Landschaft in der illustren Gesellschaft der Wüste Gobi und des Yellowstone-Nationalparks. Um den Status des Biosphärenreservats zu erhalten, müssen 3 % der Gesamtfläche als sogenannte Kernzonen (Zonen für natürliche Entwicklung) ausgewiesen werden, die von jeglicher wirtschaftlicher Nutzung ausgeschlossen sind und ganz der Natur überlassen werd
en. Für Wanderer und Radfahrer werden dort einige wenige Wege freigehalten, das Verlassen der Wege ist strikt verboten. Die mit Abstand größte Kernzone ist das Wieslauter-Quellgebiet, welches wir auf unserer Tour streifen und durchqueren.

Wir halten uns im ersten Teil der Tour an den markierten Kuhpfad [Blau-Roter Balken, bis zur Bergsiedlung Hermersbergerhof]. Dieser beginnt direkt am Wanderparkplatz und führt mit genau dem richtigen Steigungsgrad fürs schnelle Warmwerden hinauf auf den langgestreckten Bergrücken des Pfaffenberges. Hier stoßen wir auf einen von kapitalen Buchen, Eichen und Kiefern gesäumten Forstweg. 

Unser breiter und deshalb für einen ausgiebigen Plausch wie geschaffener Weg ist eher aussichtsarm, wer allerdings aufmerksam hinschaut, wird rechts das frühere Forstamt Meisenhalde erspähen und links den im Herzen der Kernzone gelegenen auffällig geformten Wartenberg. Etwa eine Stunde nach Beginn der Wanderung kommen wir zu einer Weggabelung, in deren Mitte ein Felsblock mit der Aufschrift „Wildsauhütte“ liegt (eine Hütte gibt es allerdings hier nicht!). Die darauf angebrachten Farbmarkierungen sind irreführend - die Route zum Hermersbergerhof führt nach rechts!

Bald steilt sich vor uns die markante Pyramide der Spitzen Boll auf. Vor diesem nur weglos zu ersteigenden Gipfel treffen wir auf eine große Wegspinne. Mutigere Zeitgenossen verlassen hier den Kuhpfad, wenden sich nach halbrechts, wandern dann - immer auf gleicher Höhe bleibend - in einem weiten Linksbogen am Südfuß der Spitzen Boll entlang und erschließen sich so einen freien Blick nach Süden und Osten. Nach einer guten Viertelstunde treffen die solcherart vom rechten Weg Abgekommenen auf die grasige Trasse einer Ferngasleitung, laufen dort nach links hinunter und stoßen so wieder auf die blau-rote Markierung, der sie nach rechts folgen.

Dann eine letzte, recht gut beschilderte Wegspinne, ein kurzer Aufstieg und wir erreichen das  kaum befahrene Sträßchen zwischen Hermersbergerhof und Leimen. Hungrige machen einen Abstecher zur nur 200 m entfernten, genau auf der Wasserscheide Rhein-Mosel gelegenen Höhensiedlung Hermersbergerhof (550 m), die in schneereicheren Zeiten oft einen gewaltigen Ansturm von Wintersportlern zu verkraften hatte. Die Skipiste gibt es nicht mehr, allerdings eine pfiffige Rodelbahn und zwei Gaststätten.

Unser nächstes Zwischenziel, den Luitpoldturm, können wir von hier aus bereits sehen. Also wieder ein kurzes Stück zurück und auf einem Teilstück des Weitwanderweges Pfälzer Waldsteig [Grün-Weißes Logo, bis Luitpoldturm] zunächst zum Luitpoldstein, der anlässlich eines Geburtstages des Bayern-Prinzen aufgestellt wurde, und dann zügig hinauf auf den Weißenberg (607 m). Hier thront der 1909 eingeweihte Luitpoldturm, auf dessen Aussichtsplattform uns der ganze Pfälzerwald zu Füßen liegt. Mehr als 300 Gipfel soll man von hier aus sehen; Orientierungstafeln weisen auf die markantesten Punkte hin. Dass in den Tälern auch Menschen wohnen, kann man allenfalls erahnen.

Vom Turm laufen wir wieder zurück zum Luitpoldstein. Dort beginnt ein 2008 als "Forstmeisterweg" neu ausgeschilderter Wanderweg [Blau-Weißer Balken, bis Wanderparkplatz Gräfenstein]. Dieser verläuft durch die Kernzone "Quellgebiet der Wieslauter", ein zukünftiges Stück Urwald also. In schönem Buchenwald wandern wir so fast eben über einen "Schmaler Hals" genannten Bergrücken, biegen dann rechts ab, um auf einem angenehm weichen Weg zur markanten Wegspinne Auf der Spalt (435 m, ein beschrifteter Felsblock markiert die Stelle) abzusteigen.

An der Wegspinne unbedingt scharf rechts halten (irreführenderweise ist linkerhand noch eine blau-weiße Markierung eines längst verfallenen Weges zu sehen)! Hier beginnt der steile Abstieg ins Wartenbachtal (270 m), zunächst auf einem Forstweg, der an einer Rechts-Haarnadelkurve (Aufpassen!) in einen wunderschön wilden Pfad übergeht. Unten angelangt überqueren wir den Wartenbach, der früher zur Holztrift benutzt wurde - deshalb die gut erhaltene gemauerte Einfassung. Auf der anderen Talseite schließt sich direkt ein Bergpfad an, der kurz und knackig hinauf zum Wanderparkplatz Gräfenstein führt.

Der Schlussanstieg zur  Burgruine Gräfenstein (447 m, auch Merzalber Schloss genannt) ist unser letzter heutiger Aufstieg. Vorbildlich restauriert ist die große Burganlage, der sehr ergiebige Aussichtsturm lohnt die Aufstiegsmühe allemal.

Für den Abstieg nach Südwesten nutzen wir zunächst die Markierung des hier vorbeiführenden Pfälzer Waldsteiges [Grün-Weißes Logo]. Nach fünf Minuten kommen wir zu einer großen Wegspinne, von der ein markierter Traumpfad hinunter Richtung Hinterweidenthal führt [Roter Balken, bis Zieglertal]. Im Tal kommen wir - sofort hinter einem Teich -  an der rechts des Weges leicht zu übersehenden Wieslauterquelle und dem verträumten Wieslauterhof mit seinen Fischweihern vorbei.

Durchs verträumte Ziegler Tal  schlendern wir dann - fast immer an der Wieslauter entlang - auf einem für den allgemeinen Verkehr gesperrten Asphaltsträßchen gemütlich zum Ausgangspunkt. Wer lieber weichen Boden unter den Füßen hat, quert am Wieslauterhof auf die andere Talseite und kommt dann mit der Wieslauter zur Linken zum Ausgangspunkt.


Variante:
Ab Gräfenstein wie in Rundwanderung 13
Rückkehr über Rotenstein statt durchs Ziegler Tal (noch ein Gipfel!)

Benachbarte Wanderungen:
Premiumweg Teufelstisch-Tour (Anschluss in Hinterweidenthal)
Rundwanderung 12 Zum Rotenstein (Variante und dann ab Rotenstein nach Münchweiler oder von Hinterweidenthal durchs Waschtal)
Rundwanderung 13 Durchs Ziegler Tal zum Merzalber Schloss
Rundwanderung 15 Über den Etschberg zum Teufelstisch
(vom Wanderparkplatz Ziegler Tal zur Bundesstraße 10, diese überqueren und rechts ab)
Rundwanderung 30 Aus dem Wellbachtal zum Luitpoldturm (Anschluss am Luitpoldturm)
Rundwanderung 35 Vom Gräfenstein zum Luitpoldturm (Anschluss am Wanderparkplatz Gräfenstein)
Naturspaziergang 12 Ziegler Tal (Anschluss im Ziegler Tal)
Stippvisite Felsen 31 Rotenstein (Anschluss am Felsen)
Stippvisite Turm 3 Luitpoldturm (Anschluss am Turm)


© www.wanderportal-pfalz.de 2005 - palzvisit Touristik-Service
Überarbeitet im April 2012

Ort: Hinterweidenthal (219 m)

Parken: Parkplatz im Ziegler Tal (auf der Bundesstraße 10 von Landau kommend vor der Ampel in Hinterweidenthal nach rechts  abzweigen und durch Tunnel hindurch)

Länge: 21 km

Anstieg: 650 Höhenmeter

Schweiß: Happig

Aussicht: Grandios (vom Luitpoldturm und vom Gräfenstein)

Abgeschiedenheit: Immens

Orientierung: Meist einfach


Einkehr am Wege:
Gaststätten auf dem Hermersbergerhof

Turmbesteigung:  
Luitpoldturm

Burgen am Wege: Gräfenstein

Führungen in der Kernzone: Forstamt Hinterweidenthal 
(06396/9109600)


In der näheren Umgebung:
Felslandbad Dahn
Badeweiher Rohrwoog bei Hinterweidenthal und Neudahner Weiher bei Dahn,
Wasgaufreibad Hauenstein,
Teufelstisch
mit Spielpark Teufelstisch bei Hinterweidenthal,
Burgruine Altdahn bei Dahn,
Schuhmuseum Hauenstein

Regionale Tourist-Infos:
Südwestpfalz
Pirmasens
Tourismusregion Hauenstein
Gräfensteiner Land

Tourismusgemeinden:
Hinterweidenthal
Merzalben
Leimen
Münchweiler
Hauenstein
Hermersbergerhof


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Luitpoldturm

Burgruine Gräfenstein von Westen