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Rundwanderung 14: 
Pfadfindertour über die „Bollen“

Gipfelsammlerei für ganz Närrische

Vom Luitpoldturm zum Hermersbergerhof

Route (25 km): Wanderparkplatz Ziegler Tal - 1 Kuhpfad - 2 Große Boll - 3 Spitze Boll - 4 Breite Boll - 5 Hermersbergerhof - 6 Luitpoldstein - 7 Luitpoldturm auf dem Weißenberg - 8 Wegspinne Auf der Spalt - 9  Wartenbachtal - 10 Wanderparkplatz Gräfenstein - 11 Burgruine Gräfenstein - 12 Wieslauterquelle - 13 Ziegler Tal - Wanderparkplatz Ziegler Tal

Karte: Topographische Karte 1:25.000 Hauenstein


Als sämtliche Alpen-, Anden- und Himalayagipfel bestiegen und alle Routen erstbegangen waren, brach unter den Profi-Bergsteigern Panik aus: Was zum Teufel könnte man jetzt noch anpacken, um in die Schlagzeilen zu kommen? Eine Lösung hieß Linking - mehrere Gipfel werden hintereinander in möglichst eigenwilliger Kombination überschritten. Der folgende Tourenvorschlag greift diese Idee auf und bedient sich dabei der Gipfel in der Umgebung des Hermersbergerhofes - vor allem der drei „Bollen“: Große, Spitze und Breite Boll. Dabei geht es teilweise über Stock und Stein: Der Weg entsteht immer unter den Füßen. Wer die Tour komplett absolviert, hat mehr Höhenmeter in den Waden als nach einer kleinen Alpentour und kann sich im Gefühl sonnen, zu einer kleinen Schar Auserwählter zu gehören. Sollte er sich in der kalten Jahreszeit daran wagen, erlebt er Ausblicke, die nur der laubfreie Winterwald bieten kann.

Spitze Boll vom StaufelskopfUnser Rucksack ist gut gefüllt - zwei Liter Flüssigkeit und Proviant für einen ganzen Tag sind Pflicht, denn zu einem solchen Vorhaben gehört natürlich der im Pfälzerwald unübliche Verzicht auf Leberknödel mit Sauerkraut. Die Tourenbezeichnung ist Programm, denn hier wird nicht nur gebollert, sondern man überschreitet - in dieser Reihenfolge - zunächst die abgelegenen Gipfel Große Boll, Spitze Boll (im Bild vom Luitpoldturm) und Breite Boll. Dazu werden sich im zweiten Teil der Tour der Weißenberg, der Wartenberg und der Gipfel des Merzalber Schlosses gesellen. Wir halten uns beim ersten Teil der Tour bis in die Nähe der Bergsiedlung Hermersbergerhof an den Kuhpfad. Dieser beginnt direkt am Wanderparkplatz und führt recht schnell hinauf in stilles Gelände, wo er den Charakter eines breiten Höhenweges annimmt. Nach ca. 1 Stunde steilt sich vor uns ein großer Gipfel auf, die Große Boll (533 m), welche wir auf rudimentären Pfadspuren ersteigen. Oben finden wir das für diese Gegend des Pfälzerwaldes typische Felsblockwerk und bescheidene Aussicht - zumindest unseren nächsten Gipfel, die auffällige Pyramide der Spitzen Boll bekommen wir allerdings zu Gesicht. In dieser Richtung steigen wir wieder zum Kuhpfad ab.

Im Joch zwischen Großer und Spitzer Boll überschreiten wir eine große Wegkreuzung und gehen dann wieder auf Sicht und weglos, zuletzt sehr steil und eher kraxelnd auf die Spitze Boll (540 m), die erkennbar von Wildschweinen häufiger besucht wird als von Menschen. Hinter den obligatorischen Gipfelfelsen begeben wir uns gleich wieder in die Falllinie Richtung Nordost, wo wir wieder auf den Kuhpfad treffen, ein Joch mit Wegspinne überschreiten und den Richtung Hermersbergerhof markierten Weg gleich wieder nach rechts verlassen, um querfeldein die Breite Boll (528 m) anzugehen, den am wenigsten attraktiven Gipfel dieses pfälzischen Dreigespanns.

In Nordostrichtung stolpern wir abermals hinunter zum Kuhpfad und kommen so - sofern wir zu den Zivilisationshungrigen gehören - zum Hermersbergerhof (550 m), wo zwei Restaurants warten. Asketen können das Bergdörfchen rechts liegen lassen.

LuipoldturmZum Weißenberg (607 m) mit dem 1909 eingeweihten und nach dem Bayernprinz benannten Luitpoldturm gibt es beschilderte Wege entlang eines nach Norden führenden Sträßchens. Kurz vor dem Turm passieren wir den Luitpoldstein, der anlässlich eines Geburtstages des Prinzen aufgestellt wurde. Auf dem Aussichtsturm liegt uns dann der ganze Pfälzerwald zu Füßen. Man soll von hier aus etwa 300 Gipfel sehen - die auf der Aufsichtsplattform angebrachten Tafeln weisen auf die markantesten Punkte hin. Dass in den Tälern auch Menschen wohnen, kann man allenfalls erahnen.

Vom Turm laufen wir zurück zum Luitpoldstein. Dort beginnt ein 2008 als "Forstmeisterweg" neu ausgeschilderter Wanderweg. Dieser verläuft durch die Kernzone "Quellgebiet der Wieslauter", ein zukünftiges Stück Urwald also. In schönem Buchenwald wandern wir so über einen "Schmaler Hals" genannten Bergrücken leicht absteigend zur markanten Wegspinne Auf der Spalt (435 m). Hier beginnt der langgezogene Abstieg ins Wartenbachtal (270 m), wo wir auf der anderen Talseite einen Bergpfad hinauf zum Wanderparkplatz Gräfenstein finden.

Der Schlussanstieg zur auch Merzalber Schloss genannten Burgruine Gräfenstein (447 m)  ist unser letztes anstrengendes Teilstück. Die vorbildlich restaurierte große Burganlage mit sehr ergiebigem Aussichtsturm lohnt die Mühe allemal.

Wir nach steigen nach Südwesten ab bis zu einer Wegspinne. Von hier führt ein Weg hinunter Richtung Hinterweidenthal. Im Tal kommen wir an einem Weiher, dann an der leicht zu übersehenden Wieslauterquelle und dem verträumten Wieslauterhof mit seinen Fischweihern vorbei. Durchs verträumte Ziegler Tal  schlendern wir auf einem für den allgemeinen Verkehr gesperrten Asphaltsträßchen gemütlich zum Ausgangspunkt. Wer lieber weichen Boden unter den Füßen hat, quert am Wieslauterhof auf die andere Talseite und kommt dann rechts der Wieslauter zum Ausgangspunkt.


Variante:
Ab Gräfenstein wie in Rundwanderung 13
Rückkehr über Rotenstein statt durchs Ziegler Tal (noch ein Gipfel!)

Benachbarte Wanderungen:
Rundwanderung 12 Zum Rotenstein (Variante und dann ab Rotenstein nach Münchweiler oder von Hinterweidenthal durchs Waschtal)
Rundwanderung 13 Durchs Ziegler Tal zum Merzalber Schloss
Rundwanderung 15 Über den Etschberg zum Teufelstisch
(vom Wanderparkplatz Ziegler Tal zur Bundesstraße 10, diese überqueren und rechts ab)
Rundwanderung 30 Aus dem Wellbachtal zum Luitpoldturm (Anschluss am Luitpoldturm)
Rundwanderung 35 Vom Gräfenstein zum Luitpoldturm (Anschluss am Wanderparkplatz Gräfenstein)
Naturspaziergang 12 Ziegler Tal (Anschluss im Ziegler Tal)
Stippvisite Felsen 31 Rotenstein (Anschluss am Felsen)
Stippvisite Turm 3 Luitpoldturm (Anschluss am Turm)


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Ort: Hinterweidenthal (219 m)

Parken: Parkplatz im Ziegler Tal (auf der Bundesstraße 10 von Landau kommend vor der Ampel in Hinterweidenthal nach rechts  abzweigen und durch Tunnel hindurch)

Länge: 25 km

Anstieg: 900 Höhenmeter (!)

Schweiß: Brutal

Aussicht: Grandios (Bollen weniger, dafür einmalig vom Luitpoldturm)

Abgeschiedenheit: Immens

Orientierung: Anspruchsvoll


Einkehr am Wege:
Gaststätten auf dem Hermersbergerhof 

Fels-/Turmbesteigungen:  
Mini-Gipfelfelsen auf den Bollen,

Luitpoldturm

Burgen am Wege: Gräfenstein


In der näheren Umgebung:
Felslandbad Dahn
Badeweiher Rohrwoog bei Hinterweidenthal und Neudahner Weiher bei Dahn,
Wasgaufreibad Hauenstein,
Teufelstisch
mit Spielpark Teufelstisch bei Hinterweidenthal,
Burgruine Altdahn bei Dahn,
Schuhmuseum Hauenstein

Regionale Tourist-Infos:
Gräfensteiner Land
Pirmasens
Tourismusregion Hauenstein
Südwestpfalz

Tourismusgemeinden:
Hinterweidenthal
Merzalben
Leimen
Münchweiler
Hauenstein
Hermersbergerhof


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Burgruine Gräfenstein

Burgruine Gräfenstein

Burgruine Gräfenstein

Burgruine Gräfenstein von Westen