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Als sämtliche Alpen-, Anden- und Himalayagipfel bestiegen und alle
Routen erstbegangen waren, brach unter den Profi-Bergsteigern Panik aus:
Was zum Teufel könnte man jetzt noch anpacken, um in die Schlagzeilen zu
kommen? Eine Lösung hieß Linking - mehrere Gipfel werden hintereinander
in möglichst eigenwilliger Kombination überschritten. Der folgende
Tourenvorschlag greift diese Idee auf und bedient sich dabei der Gipfel in
der Umgebung des Hermersbergerhofes - vor allem der drei „Bollen“: Große,
Spitze und Breite Boll. Dabei geht es teilweise über Stock und Stein: Der Weg
entsteht immer unter den Füßen. Wer die Tour komplett absolviert, hat
mehr Höhenmeter in den Waden als nach einer kleinen Alpentour und kann
sich im Gefühl sonnen, zu einer kleinen Schar Auserwählter zu gehören.
Sollte er sich in der kalten Jahreszeit daran wagen, erlebt er Ausblicke,
die nur der laubfreie Winterwald bieten kann.
 Unser
Rucksack ist gut gefüllt - zwei Liter Flüssigkeit und Proviant für
einen ganzen Tag sind Pflicht, denn zu einem solchen Vorhaben gehört natürlich
der im Pfälzerwald unübliche Verzicht auf Leberknödel mit Sauerkraut. Die Tourenbezeichnung ist Programm, denn hier wird nicht nur gebollert,
sondern man überschreitet - in dieser Reihenfolge - zunächst die
abgelegenen Gipfel Große Boll, Spitze Boll (im Bild vom Luitpoldturm) und Breite
Boll. Dazu werden
sich im zweiten Teil der Tour der Weißenberg, der Wartenberg und der
Gipfel des Merzalber Schlosses gesellen.
Wir
halten uns beim ersten Teil der Tour bis in die Nähe der Bergsiedlung
Hermersbergerhof an den Kuhpfad. Dieser beginnt direkt am Wanderparkplatz und führt recht
schnell hinauf in stilles Gelände, wo er den Charakter eines breiten Höhenweges
annimmt. Nach ca. 1 Stunde steilt sich vor uns ein großer Gipfel auf, die
Große Boll (533 m), welche wir auf rudimentären Pfadspuren ersteigen. Oben finden wir
das für diese
Gegend des Pfälzerwaldes typische Felsblockwerk und bescheidene
Aussicht - zumindest unseren nächsten Gipfel, die auffällige Pyramide
der Spitzen Boll bekommen wir allerdings zu Gesicht. In dieser Richtung
steigen wir wieder zum Kuhpfad ab.
Im
Joch zwischen Großer und Spitzer Boll überschreiten wir eine große
Wegkreuzung und gehen dann wieder auf Sicht und weglos, zuletzt sehr steil
und eher kraxelnd auf die Spitze Boll (540 m), die erkennbar von Wildschweinen häufiger
besucht wird als von Menschen. Hinter den obligatorischen Gipfelfelsen
begeben wir uns gleich wieder in die Falllinie Richtung Nordost, wo wir
wieder auf den Kuhpfad treffen, ein Joch mit Wegspinne überschreiten und
den Richtung Hermersbergerhof markierten Weg gleich wieder nach rechts
verlassen, um querfeldein die Breite
Boll (528 m) anzugehen, den am wenigsten attraktiven Gipfel dieses pfälzischen
Dreigespanns.
In
Nordostrichtung stolpern wir abermals hinunter zum Kuhpfad und kommen so -
sofern wir zu den Zivilisationshungrigen gehören - zum Hermersbergerhof (550 m), wo
zwei Restaurants warten. Asketen können das Bergdörfchen rechts liegen lassen.
 Zum
Weißenberg (607 m) mit dem
1909 eingeweihten und nach dem Bayernprinz benannten Luitpoldturm
gibt es beschilderte Wege entlang eines nach Norden führenden Sträßchens.
Kurz vor dem Turm passieren wir den Luitpoldstein, der anlässlich eines
Geburtstages des Prinzen aufgestellt wurde. Auf dem Aussichtsturm liegt uns
dann der ganze Pfälzerwald zu Füßen. Man
soll von hier aus etwa 300 Gipfel sehen - die auf der Aufsichtsplattform
angebrachten Tafeln weisen auf die markantesten Punkte hin. Dass in
den Tälern auch Menschen wohnen, kann man allenfalls erahnen.
Vom
Turm laufen wir zurück zum Luitpoldstein. Dort beginnt ein 2008 als "Forstmeisterweg"
neu ausgeschilderter Wanderweg. Dieser verläuft durch die Kernzone
"Quellgebiet der Wieslauter", ein zukünftiges Stück Urwald
also. In schönem Buchenwald wandern wir so über einen
"Schmaler Hals"
genannten Bergrücken leicht absteigend zur markanten Wegspinne
Auf der Spalt (435 m). Hier beginnt der langgezogene Abstieg ins Wartenbachtal
(270 m), wo wir auf der anderen
Talseite einen Bergpfad hinauf zum Wanderparkplatz Gräfenstein
finden.
Der
Schlussanstieg zur auch Merzalber Schloss genannten Burgruine Gräfenstein
(447 m) ist unser letztes
anstrengendes Teilstück. Die vorbildlich restaurierte große Burganlage
mit sehr ergiebigem Aussichtsturm lohnt die Mühe allemal.
Wir
nach steigen nach Südwesten ab bis zu einer Wegspinne. Von hier führt
ein Weg hinunter Richtung
Hinterweidenthal. Im Tal kommen wir an einem Weiher, dann an der leicht zu
übersehenden Wieslauterquelle und dem verträumten Wieslauterhof
mit seinen Fischweihern vorbei. Durchs verträumte Ziegler
Tal schlendern wir auf einem für den allgemeinen Verkehr
gesperrten Asphaltsträßchen gemütlich zum
Ausgangspunkt. Wer lieber weichen Boden unter den Füßen hat, quert am
Wieslauterhof auf die andere Talseite und kommt dann rechts der Wieslauter zum
Ausgangspunkt.
Variante:
Ab Gräfenstein wie in Rundwanderung 13 Rückkehr
über Rotenstein statt durchs Ziegler Tal (noch ein Gipfel!)
Benachbarte
Wanderungen:
Rundwanderung 12 Zum Rotenstein (Variante und dann ab Rotenstein nach
Münchweiler oder von Hinterweidenthal durchs Waschtal)
Rundwanderung 13 Durchs Ziegler Tal zum Merzalber Schloss
Rundwanderung 15 Über den Etschberg zum Teufelstisch
(vom Wanderparkplatz Ziegler Tal zur Bundesstraße 10, diese überqueren und rechts
ab)
Rundwanderung
30 Aus dem Wellbachtal
zum Luitpoldturm (Anschluss am Luitpoldturm)
Rundwanderung
35 Vom Gräfenstein zum Luitpoldturm (Anschluss am Wanderparkplatz Gräfenstein)
Naturspaziergang
12 Ziegler Tal (Anschluss im Ziegler Tal)
Stippvisite Felsen 31
Rotenstein (Anschluss am Felsen)
Stippvisite
Turm 3 Luitpoldturm (Anschluss am Turm)
©
www.wanderportal-pfalz.de
2005 - palzvisit Touristik-Service
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Ort:
Hinterweidenthal
(219 m)
Parken:
Parkplatz im Ziegler Tal (auf der
Bundesstraße 10 von Landau kommend vor der Ampel in Hinterweidenthal nach
rechts abzweigen und durch Tunnel hindurch)
Länge:
25 km
Anstieg: 900
Höhenmeter (!)
Schweiß:
Brutal
Aussicht:
Grandios (Bollen weniger, dafür einmalig vom
Luitpoldturm)
Abgeschiedenheit:
Immens
Orientierung:
Anspruchsvoll

Einkehr
am Wege:
Gaststätten
auf dem Hermersbergerhof
Fels-/Turmbesteigungen:
Mini-Gipfelfelsen auf den Bollen,
Luitpoldturm
Burgen
am Wege:
Gräfenstein
In
der näheren Umgebung:
Felslandbad
Dahn,
Badeweiher Rohrwoog bei Hinterweidenthal und Neudahner Weiher bei Dahn,
Wasgaufreibad Hauenstein,
Teufelstisch
mit Spielpark Teufelstisch bei Hinterweidenthal,
Burgruine Altdahn bei Dahn,
Schuhmuseum
Hauenstein
Regionale
Tourist-Infos:
Gräfensteiner
Land
Pirmasens
Tourismusregion
Hauenstein
Südwestpfalz
Tourismusgemeinden:
Hinterweidenthal
Merzalben
Leimen
Münchweiler
Hauenstein
Hermersbergerhof
Bilder
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Burgruine
Gräfenstein

Burgruine
Gräfenstein von Westen
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