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Rundwanderung 64: 
Dinkelsbachtächen, 
Hundstälchen, Seelenfelsen

Am Brunnenwanderweg Heltersberg

Route (13,5 km): Wanderparkplatz am Eingang des Dinkelsbachtälchens- 1 Unteres Dinkelsbachtälchen - 2 Oberes Dinkelsbachtälchen - 3 Westrichhof - 4 Naturfreundehaus Heltersberg - 5 Oberes Hundstälchen - 6 Wasserhäuschen am Korbmacherbrunnen - 7 Unteres Hundstälchen - 8 Hundsweiher Sägmühle  - 9 Seelenfelsen - 10 Wolfschlucht - Felsen - Wanderparkplatz

Karte: Topographische Karte 1:25.000 Waldfischbach


Erstaunlich wenig besucht von Wanderern ist das obere Schwarzbachtal, das sich von Waldfischbach-
Burgalben über den Bade- und Campingweiher Clausensee bis fast nach Johanniskreuz hinaufzieht. Genau die richtige Ecke also, wenn wir uns am Wochenende Verkehrsstaus, überfüllte Parkplätze und weinselige Horden von Hüttenwanderern ersparen möchten. Das Naturfreundehaus Heltersberg, unser wichtigster Zwischenstopp, ist allerdings an solchen Tagen doch so frequentiert, dass ein wenig Rucksackproviant nichts schadet.

Zwei Seitentäler des Schwarzbachs, das Dinkelsbachtälchen und das Hundstälchen bilden die Orientierungslinien unserer wenig anstrengenden Wanderung. Die parallel verlaufenden, durch den Dinkelsberg voneinander getrennten Felsentäler kommen beide vom Höhendorf Heltersberg herab und bieten in ihrer wildromantischen Strenge einen reizvollen Kontrast zum weiten Wiesental des Schwarzbachs. Beide Täler werden wir in ihrer ganzen Länge durchwandern und als krönenden Abschluss noch das langgezogene Massiv der Seelenfelsen mitnehmen. Die Route nutzt ein Teilstück des fast 40 km langen, von engagierten Bürgern angelegten Heltersberger Brunnenwanderweges, der dem Wasserreichtum dieser Region nahe an der pfälzischen Hauptwasserscheide huldigt. Am Wanderparkplatz  finden wir eine Orientierungstafel, welche die Markierung des Brunnenwanderweges deutlich macht: Rot steht für die Hauptroute, Gelb für Abkürzungen und Nebenrouten.

Wir halten uns zunächst an das rote Brunnensymbol, schlendern an einigen Fischweihern vorbei ins Untere Dinkelsbachtälchen hinein und kommen gleich zum ersten der insgesamt fünf Brunnen auf unserer Tour, dem Wilhemsbrunnen. Wie die meisten Quellen entlang des Brunnenwanderweges ist auch dieser liebevoll gefasst und mit einer Sitzgruppe versehen. Das  anheimelnde Glucksen des Bächleins, hochgestimmtes Vogelgezwitscher und die Märchenlandschaft der bemoosten Felstrümmer in den steilen Flanken senkt unsere Alltagsbetriebstemperatur binnen kurzem auf  Feiertagstemperatur ab. Nach zehn Minuten zweigt rechts ein leicht zu übersehendes Pfädchen ab, das mit Wolfschlucht und Seelenfelsen beschildert ist; dort werden wir am Ende unserer Wanderung herunterkommen. Nächster Brunnen ist der Dinkelsbrunnen, dessen mit kräftigem Strahl hervorschießendes kristallklares Wasser den gleichnamigen Bach speist. Keine fünf Minuten später schon erreichen wir den Rolandsbrunnen - letzte Trinkgelegenheit vor der ersten Einkehr.

Das Tal weitet sich nun zusehends, Buchen und Eichen verdrängen die bisher dominierenden Fichten. An der nächsten Weggabelung verlassen wir die rote Markierung der Brunnenwanderweg-Hauptroute und gehen stattdessen mit dem gelben Brunnensymbol geradeaus weiter Richtung Heltersberg. So kommen wir auf einem sandigen Waldweg in den abgeschiedenen Talschluss des Oberen Dinkelsbachtälchens, aus dem ein traumhaft schöner samtweicher Pfad durch lichten Buchenwald mäßig steil hinaufführt auf den Heltersberger Höhenrücken. Dort kommen wir an eine Wegkreuzung, die uns den Wildwuchs der pfälzischen Wegemarkierung aufs Schönste demonstriert. Also am besten Schilder Schilder sein lassen und in der Hauptrichtung weiter zum landwirtschaftlichen Gehöft des Westrichhofes.

Auf einem Sträßchen durchqueren wir eine offene Wiesenlandschaft, identifizieren links in der Ferne die Windräder und  Höhendörfer der Sickinger Höhe und kommen dann zu den ersten Häusern von Heltersberg, der Heimat der Radasse Hartmut und Udo „Quäl-Dich-Du-Sau“ Bölts. Dort achten wir auf die erste Straßenabzweigung scharf nach rechts. 

Mit Fernblick in den zentralen Pfälzerwald rund um den Luitpoldturm kommen wir so zu unserer wichtigsten Zwischenstation, dem Naturfreundehaus Heltersberg (430 m). Hier geben wir uns der typischen Bratwurst-und-Sauerkraut-Küche des Pfälzerwaldes hin, beobachten ganz entspannt einen der zahlreichen Raubvögel und lassen unsere lieben Kleinen auf dem ausgedehnten Spielgelände an der Hütte toben.

Für die nächste Wegstunde können wir uns auf einen gemütlichen Abstieg einstellen. Links von der Hütte finden wir einen Markierungspfahl des am ersten April eröffneten Weitwanderweges Pfälzer Waldsteig; wir folgen dem Schild Richtung Kieselweiher. Ein angenehmes Pfädchen führt uns durch frisches Buchengrün zu einem verträumten Wiesengelände und zuletzt steil hinunter ins Obere Hundsbachtälchen, wo wir auf einem Holzbrückchen den noch jungen Bach überqueren und uns talabwärts wenden. 

Wilde Felstrümmer prägen die Landschaft bis zum vierten Brünnchen auf unserem Weg: Der Mühlbrunnen lädt mit einer besonders schön gelegenen Sitzgruppe zur Zwischenrast ein. Talabwärts fällt der markante Knubbel des Korbmacherfelsens ins Auge, so benannt, weil hier einst die Korbmacher ihre Weidenruten vor dem Flechten wässerten. Wenige Minuten später laufen wir an einem gleichnamigen Brunnen vorbei. An einem Wasserhäuschen wechseln wir auf die rechte Talseite des Unteren Hundsbachtälchens, wo wir weicheres Geläuf vorfinden als auf dem bisherigen Forstweg, und erreichen eine Viertelstunde später die Hundsweiher Sägmühle im Schwarzbachtal.

Gehfaule können nun in einem der beiden dortigen Gaststätten einkehren und sich später von den Erlebnishungrigeren abholen lassen. Diese belohnen sich für eine gute Dreiviertelstunde Mehraufwand mit den Buntsandsteinwundern der Seelenfelsen. Also den Pfad mit der Naturfreunde-Markierung nehmen, der an einer Schranke vor den ersten Häusern scharf rechts abzweigt und zügig auf den Drei-Sommer-Berg (350 m) führt. Dort treffen wir abermals auf die Wegzeichen des Pfälzer Waldsteiges und folgen ihnen nach links bis zu einer Weggabelung, an der dankenswerterweise ein Schild abermals nach links zu den Seelenfelsen (340 m) weist.

Oberhalb der Felsen finden wir einen ausnehmend schön gelegenen Rastplatz mit Blick auf den Clausensee und eine Infotafel, die uns ausführliche Erklärungen für den Namensursprung der Seelenfelsen anbietet. Ein zünftiger Bergpfad schlängelt sich nun höchst abwechslungsreich an dem über sechshundert Meter langen Massiv entlang. Dass der Pfad am Ende der Seelenfelsen nach Norden schwenkt, sollte uns, die wir unseren Wagen doch richtigerweise eher linkerhand im Süden vermuten, nicht irritieren: Gute fünf Minuten später erreichen wir nämlich eine Wegspinne, die den entscheidenden Linksschwenk in Form eines Pfades anbietet, dessen Beschilderung zur Wolfschlucht weist.

Der Abstieg zu dieser wild zerklüfteten kleinen Felsgruppe und die folgenden zehn Minuten im Dinkelsbachtälchen bilden den würdigen Ausklang unserer Wanderung.


Variante: 
Ohne Seelenfelsen. Von der Hundsweiher Sägmühle nach Westen auf einem parallel zur Straße verlaufenden Pfad.

Benachbarte Wanderungen:
Rundwanderung
36 Über die Heidelsburg ins Schwarzbachtal (Anschluss am Ausgangspunkt dieser Tour)
Rundwanderung 40 Aus dem Schwarzbachtal zum Kippfelsen (von der Hundsweiher Sägmühle in einer halben Stunde am Clausensee vorbei zum Ausgangspunkt)
Naturspaziergang 26 Hundstälchen (Start an der Hundsweiher Sägemühle)
Stippvisite Burg 33 Heidelsburg (Start
am Ausgangspunkt dieser Tour)


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Ort: Waldfischbach-Burgalben  
(248 m)

Parken: Wanderparkplatz am Eingang des Dinkelsbachtälchens (im Schwarzbachtal zwischen Burgalben und Clausensee 1 km östlich der Abzweigung nach Clausen und 1 km westlich der Hundsweiher Sägmühle)

Länge: 13,5 km

Anstieg: 270 Höhenmeter

Schweiß: Wenig

Aussicht: Wenig

Abgeschiedenheit: Groß

Orientierung: Problemlos


Einkehr am Wege:
Naturfreundehaus Heltersberg, Gasthäuser an der Hundsweiher Sägmühle

Felsbesteigungen: Seelenfelsen

Burgen: Keine


In der näheren Umgebung:
Badeweiher Clausensee, Schwimmbad Heltersberg,
Pirmasens (Einkaufszentrum, Kunstausstellungen, Skulpturenpark, Erlebnisbad PlubSchuhmuseum),
Westwall-Museum in Pirmasens-Niedersimten,
Johanniskreuz (Ausflugsgaststätten, Motorradfahrertreff),
Haus der Nachhaltigkeit in  Johanniskreuz

Regionale Tourist-Infos:
Holzland
Gräfensteiner Land
Region Pirmasens
Südwestpfalz

Tourismusgemeinden:
Waldfischbach-Burgalben
Heltersberg
Clausen
Leimen
Merzalben


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Ein Teil der Seelenfelsen

Naturfreundehaus Heltersberg

  

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