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Rundwanderung 55: 
Von Weyher zum Forsthaus Heldenstein

Höhenflüge über dem Rebenmeer

Skizze Große Rundwanderung 55

Vom Blattersberg zur Südlichen Weinstraße

Route (19 km): Weyher - 1 Schweizerhaus PWV - 2 Ludwigsturm - 3 Wegspinne Kohlplatz (über Candiduspfad) - 4 Wegspinne Benderplatz  - 5 Forsthaus Heldenstein - 6 Schänzelturm - 7 Wanderparkplatz Lolosruhe - 8 Edenkobener Hütte am Hüttenbrunnen PWV - 9 Rietburg - 10 Ludwigshöhe (Talstation Rietburgbahn) - Weyher

Karte: Topographische Karte 1:25.000 Neustadt


Auch für gestandene Pfalzwanderer ist es immer wieder ein besonderes Erlebnis, aus den Weinbergen hinaufzusteigen auf die Höhen der Haardt, des steil zur Rheinebene hin abfallenden Gebirgszuges am Ostrand des Pfälzerwaldes. Märchenhafte Ausblicke sind dabei ebenso garantiert wie eine kontrastreiche Vegetation, samtweiche Fußpfade und - für viele der eigentliche Antrieb zu wandern - diverse Gelegenheiten, unterwegs in aller Gemütsruhe einen Schoppen Pfalzwein zu trinken. Man nehme dieses mal das schmucke Weindörfchen Weyher als Stützpunkt, steige auf zwei hohe Gipfel mit recht gegensätzlichen Aussichtstürmen, mache Mittagsrast in einer traditionsreichen Sommerfrische und lasse die Tour mit einer aussichtsreichen Burg und einem entspannten Rebenspaziergang ausklingen.

Vom Dorfgemeinschaftshaus wandern wir geradewegs auf die Haardtberge zu. Wir können uns der Markierung zur Lourdesgrotte anvertrauen (die lückenloser ist als jene zum Schweizer Haus), schlendern durch die Weinberge empor zum Waldrand und finden im Kastanienwald bald eine Abzweigung zum Schweizer Haus, einer kleinen Hütte des Pfälzerwald-Vereins am Osthang des Blattersberges. Auf einem entschieden, aber nicht allzu steil ansteigenden Pfad gewinnen wir dann rasch an Höhe und registrieren mit Verwunderung, wie schnell sich der Baumbestand beim Aufstieg ändert: Kastanien werden von Buchen abgelöst, diese in der Gipfelregion wiederum von Lärchen, Kiefern und Eichen.

Unterwegs sollten wir den einzigen querenden Weg nicht sofort überschreiten, sondern einige Meter nach links gehen: Dort steht über einer Baumschneise eine Ruhebank mit exquisiter Sicht zur südlichen Weinstraße (Bild oben). Direkt über dem tief unter uns liegenden Modenbachtal identifizieren wir die Anna-Kapelle über Burrweiler.

LudwigsturmNach diesem Abstecher sind es nur noch wenige Minuten bis zum Ludwigsturm auf dem Gipfel des Blattersberges (605 m), einem der höchstgelegenen Türme des Pfälzerwaldes. Benannt wurde der Aussichtsturm nach König Ludwig I. von Bayern - zu einer Zeit, als die Pfalz bayrisch war. Obschon das Panorama durch die hohen Bäume der Umgebung etwas eingeschränkt ist, haben wir doch eine lohnende Sicht in den zentralen Pfälzerwald, die Haardt, die 400 Meter tiefer gelegene Rheinebene und in den Schwarzwald.

Wir wenden uns westwärts und steigen über den Candiduspfad durch lichten Kiefernwald zur Wegspinne am Kohlplatz (466 m). Der Name verweist wie auch anderswo weder auf den Altkanzler noch auf das Kraut der armen Leute, sondern darauf, dass unsere Altvorderen hier Holzkohle brannten.

Weiterhin westwärts haltend wandern wir entlag der Westflanke des Kesselberges auf einem ereignislosen breiten Höhenweg zur großen Wegspinne Benderplatz unweit des Schänzel-Gipfels (552 m, mit Schutzhütte). Dort folgen wir nicht unbedingt blindlings der Markierung Richtung Heldenstein, sondern nehmen linkerhand den angenehmen, von Heidekraut gesäumten Höhenweg, der uns in einer weiten Schleife um den in der Karte verzeichneten Kuchenkopf herum zum durchgängig bewirtschafteten Forsthaus Heldenstein (460 m) bringt. Dieses verdankt seine Beliebtheit nicht zuletzt dem abwechslungsreichen Pass-Sträßchen, das von Edenkoben oder durch das Modenbachtal herauf führt.

Schänzelturm Der Aufstieg zum Schänzel, dem höchsten Punkt unserer Tour, ist gut markiert und verläuft auf historischem Boden: Hier fanden bei den Koalitionskriegen1794/95 entscheidende Stellungskämpfe zwischen Frankreich und den Alliierten Österreich und Preußen statt; zwei Gedenksteine erinnern daran. Der Schänzelturm (617 m) auf dem Gipfel wird zwar gerne besucht, überragt allerdings die Bäume nicht mehr und bietet deshalb kaum Aussicht.

Also bald ostwärts hinab zum Wanderparkplatz Lolosruhe (573 m), wo wir bei Gewitter Zuflucht in einer Schutzhütte finden. Hier beginnt ein im unteren Teil "Himmelsleiter" genannter Fußweg hinunter zur Edenkobener Hütte am Hüttenbrunnen (361 m).

Dort queren wir das Heldenstein-Sträßchen und finden hinter einer Schutzhütte den Beginn eines wunderbaren Pfades, der uns wenig anstrengend zur Rietburg (505 m) hinaufführt. Dort mischen wir uns unter die Sitzbergsteiger, die mit dem Sessellift von der Ludwigshöhe heraufkommen, genießen den Blick in die Rheinebene und finden mit etwas Glück auch noch ein Plätzchen auf der Terrasse der Burgschänke.

Rietburg-Schänke mit der RheinebeneDie Burganlage selbst ist eher bescheiden, so dass wir ohne weitere Besichtigung zur Talstation der Rietburgbahn (320 m) absteigen. Dazu gehen wir von der Burg einige Meter südwärts und nehmen dann scharf links entweder einen bequemen Fußweg oder einen steilen Zickzack-Pfad in der Nähe der Lifttrasse.

Hinter der Talstation stoßen wir auf Schloss Ludwigshöhe, welches in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Sommerresidenz für König Ludwig I.  erbaut wurde und heute für Besichtigungen offen steht (mehr...). Im Wald oberhalb des Schlosses wenden wir uns dann nach links, um auf einem Teilstück des Wanderweges Deutsche Weinstraße (mit einem Traubenklotz markiert) durch das Rebenmeer zum Ausgangspunkt Weyher hinüber zu schlendern.


Benachbarte Wanderungen:
Prädikatsweg Pfälzer Hüttentour (von Weyher nach Burrweiler und hinauf zum Anschluss an der St. Anna-Kapelle)
Rundwanderung 32 Schänzel, Kesselberg und Frankenfels (Anschluss am Benderplatz)
Stippvisite Burg 7 Rietburg (Anschluss an der Burg)
Stippvisite Turm 9 Ludwigsturm (Anschluss am Turm)
Stippvisite Turm 8 Schänzelturm
(Anschluss am Turm)
Stippvisite Burg 20 Kropsburg (vom Hüttenbrunnen etwa eine Stunde)


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Ort: Weyher (250 m)

Parken: Ortsmitte Nähe Dorfgemeinschaftshaus

Länge: 19 km

Anstieg: 680 Höhenmeter

Schweiß: Oh ja

Aussicht: Grandios

Abgeschiedenheit: Meist gering

Orientierung: Meist einfach


Einkehr am Wege:
Schweizerhaus PWV (Öffnungszeiten), Forsthaus Heldenstein, Edenkobener Hütte am Hüttenbrunnen PWV (Öffnungszeiten), Burgschänke auf der Rietburg, Gaststätte an der Talstation der Rietburgbahn

Turmbesteigungen: Ludwigsturm, Schänzelturm

Burgen am Wege: Rietburg


In der näheren Umgebung:
Neustadt an der Weinstraße 
(sehr schöne Innenstadt, Museen),

Deutsche Weinstraße,
Hambacher Schloss
(Maxburg),
Kurpfalz-Park zwischen Wachenheim und Lambrecht,
Schwimmbäder in Neustadt und Maikammer

Regionale Tourist-Infos:
Ferienregion Edenkoben
Ferienregion Maikammer
Ferienregion Landau-Land

Tourismusgemeinden:
Edenkoben
Weyher
Maikammer
St. Martin
Burrweiler
Gleisweiler

Sonstiges:
Rietburgbahn-Sessellift


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Die Haardt vom Ludwigsturm

Die Haardt vom Ludwigsturm

Der Blattersberg aus dem Modenbachtal

Der Blattersberg aus dem Modenbachtal