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Rundwanderung 54: 
Von Turm zu Turm

Einsame Rucksacktour bei Iggelbach

Route (22 km): Iggelbach - 1 Wegspinne Schuhnagelskopf – 2 Talschluss des Blattbachtals – 3 Wegkreuz am Blattberg - 4 Schindhübelturm – 5 Waldparkplatz Am Schindhübelturm - 6 Waldparkplatz Gambsbuche – 7 Straßengabelung Iggelbach-Johanniskreuz-Annweiler – 8 Eschkopfturm – 9 Wegspinne An der Wurzel (mit Schutzhütte) – 10 Wegkreuz Punkt 488,1 – 11 Wegspinne auf Sattel - 12 Lendle-Linde – 13 Geiswiese – 14 Hubertusbuche - 15 Schweinstal - Iggelbach

Karte 1:25.000: "Hauenstein & Trifelsland", Pietruska-Verlag (ISBN 978-3-934895-88-1)


Der zentrale Pfälzerwald um Johanniskreuz gewinnt seine Anziehungkraft aus der Stille und Ursprünglichkeit der von Buchen dominierten Mischwälder. Mehrere Aussichtstürme gewähren eindrückliche Fernblicke über das Wäldermeer - zwei davon werden wir besuchen. Die sehr lohnende Tour beginnt im charmanten, vom Durchgangsverkehr verschonten Bergdörfchen Iggelbach und weist unterwegs keine Einkehrgelegenheit auf - eine prima Gelegenheit also, den Rucksack liebevoll mit kalten Köstlichkeiten zu füllen; Warmes gibt´s später.

Irgendwo im Ortszentrum stellen wir das Auto ab, suchen die Taubensuhlstraße mit der Markierung zum Wanderparkplatz Mitteleiche [Blau-Roter Balken, bis kurz hinter Wegspinne Schuhnagelskopf], schlendern an schmucken Sandsteinhäuschen vorbei zum südwestlichen Ortsende und steigen dort gleich entschieden bergan. Noch vor dem Waldrand erwartet uns ein sympathisches Intermezzo: Hochzeitspaare der Jahre 2000 und 2001 haben hier jeweils ein Obstbäumchen gepflanzt - eine Aktion zugunsten der Iggelbacher Streuobstwiesen. 

Durch den Wald kommen wir schnell zur Wegspinne Schuhnagelskopf, wo nicht weniger als acht Wege zusammentreffen. Halbrechts haltend finden wir den üblichen Weg zum Schindhübelturm, der über den Wanderparkplatz Mitteleiche führt. Dieser ist erkennbar eine wenig attraktive Grobschotter-Waldautobahn. Also die Markierung austricksen: Kurz auf dem markierten Weg bleiben und bei erster Gelegenheit links ab [ein Schild weist zur Fundstätte eines Feuerstein-Beils] - sofort haben wir auf einem Forstweg [ohne Markierung] weiches Geläuf unter den Füßen. Fast eben und immer geradeaus kommen wir so bis zum wunderbar-einsamen Talschluss des links unter uns verlaufenden Blattbachtals. Wir folgen noch einer Spitzkurve nach links und biegen dann in den ersten scharf rechts abzweigenden Weg ein, der sich auf der Nordseite des Blattberges durch satten Buchenwald zu einem wenig ausgeprägten Wegkreuz hinaufwindet.

Den dort querenden Weg überschreiten wir und nehmen einen offensichtlich selten begangenen, entschieden nach Westen ansteigenden Weg, der uns auf den Rücken des Blattberges führt. In einem grasigen Wegabschnitt heißt es aufpassen, da das nach links abzweigende Pfädchen zum nur noch hundert Meter entfernten Schindhübelturm (571 m) leicht zu übersehen ist. Wegen Baufälligkeit war der erst 1975 errichtete Turm eine Zeit lang gesperrt; nach umfassender Sanierung ist er seit 2004 wieder zugänglich. 65 Stufen führen zur regensicher überdachten Aussichtsplattform, von der man den Pfälzerwald in seiner waldigsten Form sieht. Schier unendliche Wälder und zahlreiche Gipfel prägen die Aussicht; wir orientieren uns am Donnersberg-Massiv im Norden und an der Kalmit im Osten (Bild oben).

Über den breitesten Weg [ohne Markierung] steigen wir kurz südwärts hinunter und wenden uns gleich nach rechts, um zu einen Parkplätzchen mit Schutzhütte an der Straße zwischen Iggelbach und Johanniskreuz zu gelangen. Vor der Straße führt links leicht abwärts ein Weg, von dem wir kurz darauf halbrechts abbiegen. Jetzt befinden wir uns auf einem durchgängig markierten Fußweg [Gelb-Roter Balken, bis Eschkopfturm], der immer parallel zur wenig befahrenen Höhenstraße in Richtung Eschkopf verläuft.

Unterwegs passieren wir den Waldparkplatz Gambsbuche, genießen den herrlichen Baumbestand des Höhenzuges, überqueren wenig später ein Sträßchen (es führt zum massigen Turm der Deutschen Flugsicherung, Höhenpunkt 585 auf der Karte) und erreichen dann eine Straßengabelung, an der die Strecken aus Iggelbach, Johanniskreuz und Annweiler aufeinander treffen.

An einem gut sichtbaren Holzhüttchen beginnt der kurze Aufstieg zum Eschkopf (608 m), dem höchsten Gipfel im zentralen Pfälzerwald. Das Gipfelplateau weist herrliche Buchen, Eichen und Kiefern auf. Über 99 Stufen steigen wir auf den mehr als hundert Jahre alten Eschkopfturm - und verfluchen eben diese Bäume, versperren sie uns doch teilweise die Sicht auf das umliegende Wäldermeer.

Für den Rückweg nach Iggelbach nehmen wir den beschilderten Taubensuhl-Weg [Rotes Kreuz, bis Wegspinne An der Wurzel] und wandern auf einem sehr schönen Pfad ostwärts hinunter zu der ins Wellbachtal und weiter nach Annweiler führenden Straße. Mit der gebotenen Vorsicht vor den hier häufig vorbeidonnernden Motorradfahrern überqueren wir die Straße und erfahren durch ein Hinweisschild, dass wir gleich bis zum Schwarzen Meer weiter laufen könnten: wir befinden uns auf dem Europäischen Fernwanderweg 8 (Nordsee-Rhein-Main-Donau-Karpaten).

Ein Höhenweg führt jetzt zur Wegspinne An der Wurzel (494 m) mit der Hubertushütte, einem einfachen Unterstand. Hier gehen wir scharf nach links und gleich wieder rechts [Blau-Roter Balken, bis Lendle-Linde]. Auf einem Forstweg müssen wir uns für zehn Minuten dem Grobschotter geschlagen geben, verlassen diese Passage jedoch am ersten Wegkreuz (Höhenpunkt 488,1). Nur wenige Meter nach links aufwärts erreichen wir auf einem Sattel eine große Wegspinne. Dort beginnt ein Traumpfad: Nur einmal kurz von einem sandigen Weg unterbrochen führt er abwechslungsreich und wild hinunter in den Talgrund zum Zusammenfluss von Blattbach und Miedersbach. Dort erinnert die Lendle-Linde (293 m) an einen Ehrenvorsitzenden des Pfälzerwald-Vereins.

Wer etwas auf seine Gelenke hält, nimmt nicht den asphaltierten Weg talabwärts, sondern den Fussweg auf der rechten Talseite. Begleitet vom Singsang des erkennbar in vergangenen Zeiten für die Holztrift genutzten Baches kommen wir zur Geiswiese (269 m) einem ausgesprochen idyllischen Fleckchen Erde mit Jugendzeltplatz und Mini-Badeweiher (Biosphären-Erlebniscamp).

Hier wechseln wir zur anderen Straßenseite, um den letzten Anstieg des Tages über einen Sattel hinüber ins Iggelbachtal anzugehen [Blauer Balken, bis kurz hinter der Hubertusbuche]. An der Hubertusbuche (377 m) lädt eine Sitzgruppe zu einer letzten Rast ein, bevor wir geradeaus leicht absteigend weiterwandern. 

Nach wenigen Minuten zweigt links [ohne Markierung] ein leicht zu verfehlendes Pfädchen ins Schweinstal ab. Wieder ist Bachgemurmel unser Begleiter - und das wird auch so bleiben, wenn wir uns unten im Iggelbachtal nach links wenden und auf einem schattigen Weg [Grün-Gelbes Kreuz] talaufwärts nach Iggelbach laufen.


Benachbarte Wanderungen:
Rundwanderung 29 Über den Großen Almersberg (von der Hubertushütte in einer Stunde zum Anschluss am Forsthaus Taubensuhl)
Rundwanderung 33 Von Eußerthal zum Taubensuhl (ebenso)
Rundwanderung 53 Vom Betzenberg nach Johanniskreuz (vom Eschkopf eine Stunde nach Nordwest zum Anschluss in Johanniskreuz)
Rundwanderung 57 Über Esthal zum Waldhaus Schwarzsohl (von Iggelbach in einer guten halben Stunde zum Start in Elmstein)
Rundwanderung 59 Die Johanniskreuz-Südrunde (Anschluss am Schindhübelturm)
Naturspaziergang 2 Stilles Tal (ebenso)
Stippvisite Turm 1 Eschkopfturm
Stippvisite Turm 12 Schindhübelturm


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Ort: Iggelbach (320 m, in Elmstein von der Strecke Johanniskreuz-
Neustadt nach Süden abzweigen)

Parken: Ortsmitte

Länge: 22 km

Anstieg: 460 Höhenmeter

Schweiß: Happig

Aussicht: Klasse

Abgeschiedenheit: Groß

Orientierung: Meist einfach


Einkehr am Wege:
Gaststätten in Iggelbach

Turmbesteigungen: Schindhübelturm, Eschkopfturm

Burgen am Wege: Keine


In der näheren Umgebung:
Neustadt an der Weinstraße 
(sehr schöne Innenstadt, Museen),
Freizeitgelände und Badeweiher Helmbachweiher,
Badeweiher Geiswiese am Ende des Helmbachtals,
Kuckucksbähnel,
Kurpfalz-Park Wachenheim,
Johanniskreuz (Ausflugsgaststätten, Motorradfahrertreff),
Haus der Nachhaltigkeit
in Johanniskreuz

Regionale Tourist-Infos:
Zentrum Pfälzerwald
Region Lambrecht

Tourismusgemeinden:
Iggelbach
Elmstein
Johanniskreuz
Trippstadt
Lambrecht
Frankeneck
Esthal


Bilder zum Vergrößern anklicken!

Hubertushütte

  
 

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In der Umgebung der Tour:

Gemeinschaftszentrum

Ideal für Gruppen und Familien

In der Umgebung der Tour:

Gästehaus Kloster St. Maria

Auszeit im Kloster der Nieder-
bronner Schwestern in Esthal